Einleitung
Viele von Ihnen haben uns gefragt, wie wir die mit dem POROZIT gemessenen Werte in cm³/cm²/s (bei 200 mm Wassersäule) und l/m²/min (bei 200 mm Wassersäule) umrechnen.
Die Umrechnung wäre einfach, wenn sicher wäre, dass sich der Luftdurchsatz bei etwa doppeltem Unterdruck ebenfalls etwa verdoppelt. Durch den höheren Durchsatz kann die Strömung jedoch turbulent werden. Eine solche nichtlineare Strömung kann die Luftmenge verringern, die in einer bestimmten Zeit durch das Gewebe strömt.
Deshalb haben wir neben der Berechnung ein Gerät mit stärkerem Unterdruck gebaut und Vergleichsmessungen zwischen diesem Gerät und dem POROZIT durchgeführt.
Die Messwerte sollten die berechneten Werte entweder bestätigen oder widerlegen.
Zusammengefasst ermitteln wir die neue Einheit:
- durch Berechnung
- durch Vergleichsmessungen an Gleitschirmtuchen
- durch Umrechnung von cm³/cm²/s in l/m²/min
1. Die Berechnung verständlich erklärt:
Zieleinheit: cm³/cm²/s (bei 200 mm Wassersäule)
Daten des POROZIT:
- Mittlerer Messunterdruck – 10 mbar
- Ansaugfläche – 38,50 cm2
- Gemessenes Luftvolumen – 250 cm3

Angenommen, der POROZIT zeigt am Ende der Messung 1 s an. Das heißt, in 1 s sind 250 cm3 Luft durch 38,50 cm2 Gewebefläche geströmt.
Uns interessiert aber die Luftmenge, die durch 1 cm2 Gewebefläche strömt. Deshalb teilen wir das gesamte Luftvolumen durch die Ansaugfläche: 250 cm³ / 38,5. Durch 1 cm2 Gewebe strömt in 1 s also 1/38,5 des gesamten Luftvolumens (250 cm³). Bei 10 mbar Unterdruck lässt der POROZIT damit 250/38,5 = 6,5 cm³ Luft pro 1 cm2 in 1 s durch.
Bleibt die Erhöhung des Unterdrucks:
- Der Druck (bzw. Unterdruck) einer Wassersäule von 200 mm = 19,6 mbar
- Der aktuelle Unterdruck beträgt 10 mbar. Er muss also mit 1,96 multipliziert werden, damit er 19,6 mbar erreicht – den Druck einer Wassersäule von 200 mm.
Wenn wir annehmen, dass die durch das Gewebe strömende Luftmenge direkt proportional zum Druck steigt, erhalten wir folgende Gleichung:
Das ist das rechnerische Ergebnis, das noch durch Messungen in der Praxis bestätigt werden muss.
2. Praxismessungen an Geweben mit unterschiedlicher Porosität:
Wir haben zahlreiche Messungen durchgeführt, und sie haben die berechneten Werte mit nur geringen Abweichungen bestätigt. Bei fast doppeltem Unterdruck strömte also fast die doppelte Luftmenge durch die verschiedenen Gewebe. Auch laut Fachliteratur ändert sich der Luftdurchsatz im unteren Druckbereich direkt proportional zum Druck.
Berechnete und gemessene Werte liegen also sehr nah beieinander, deshalb verwenden wir den Mittelwert beider Methoden.
Die empfohlene Umrechnung lautet daher (12,3 + 12,7) / 2 = 12,5
3. Umrechnung von cm³/cm²/s in l/m²/min:
Bleibt die Umrechnung in l/m²/min (bei 200 mm Wassersäule).
- Volumen: 1000 cm³ = 1 dm³ = 1 Liter
- Fläche: 10 000 cm² = 1 m²
- Zeit: 60 s = 1 min
Der Umrechnungsfaktor lautet also:
Diese Werte sind strenger als bei anderen Herstellern. Im Sinne der Flugsicherheit bitten wir Sie jedoch, beim Einsatz von POROZIT-Geräten diese Umrechnung zu verwenden.